Die Schlagzeilen überschlagen sich: Der Wirtschaftsflügel der CDU (die Mittelstands- und Wirtschaftsunion, MIT) hat für den Bundesparteitag im Februar einen Antrag vorbereitet, der es in sich hat. Der Titel: „Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit“.

Die Kernforderung? Wer weniger arbeiten will, soll sich künftig rechtfertigen müssen. Ein gesetzlicher Anspruch auf Teilzeit soll nur noch bestehen, wenn „wichtige Gründe“ vorliegen – zum Beispiel Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen. Wer „einfach nur so“ seine Stunden reduzieren will, um etwa mehr Lebensqualität zu gewinnen, stünde künftig ohne Rechtsanspruch da.

Der Vorwurf: Wir sind die „Generation Teilzeit-Luxus“

Hinter dem sperrigen Begriff „Lifestyle-Teilzeit“ verbirgt sich ein tiefes Misstrauen gegenüber Arbeitnehmern. Die Logik der Befürworter: In Zeiten von Fachkräftemangel und schwächelnder Wirtschaft sei es eine Frage der „Solidarität“, dass jeder so viel arbeitet, wie er kann. Wer früher den Stift fallen lässt, ohne ein krankes Kind zu Hause zu haben, gilt als Bremser des Wohlstands.

Aber Moment mal… haben wir da nicht was vergessen?

  • Effizienz-Lüge: Wer 40 Stunden im Büro absitzt, arbeitet nicht automatisch 40 Stunden produktiv. Viele Teilzeitkräfte (die oft unter enormem Zeitdruck stehen) leisten in 30 Stunden mehr als andere in einer vollen Woche.
  • Betreuungs-Kollaps: Die CDU fordert mehr Vollzeit, während gleichzeitig Kitas um 14 Uhr schließen, die Ganztagsbetreuung wegbricht und Lehrerstellen unbesetzt bleiben. Wie soll das mathematisch aufgehen?
  • Selbstbestimmung: Seit wann ist „Lebensqualität“ ein Schimpfwort geworden, für das man sich vor dem Arbeitgeber rechtfertigen muss?

Warum 35 + 35 oft die besseren 40 sind

In der aktuellen Debatte wird so getan, als sei Teilzeit eine Hängematte. Dabei ist sie für die meisten – gerade für Eltern – ein extrem anstrengender Drahtseilakt.

„Teilzeit ist kein Lifestyle, es ist oft die einzige Strategie, um als Familie nicht komplett auszubrennen.“

Wenn die Politik den Rechtsanspruch auf Teilzeit beschneidet, trifft sie nicht die „faulen Genießer“, sondern zerstört die Flexibilität, die moderne Biografien heute brauchen. Wir brauchen keine „Arbeits-Pflicht“ durch die Hintertür, sondern funktionierende Strukturen bei der Kinderbetreuung und moderne Arbeitszeitmodelle, die zum Leben passen – nicht umgekehrt.


🎙️ Neue Podcast-Folge: Wir haben spontan die Mikros angemacht!

Genau über diesen politischen Realitätsverlust mussten sich Michael, Moritz und Aline gestern Morgen erst mal so richtig auskotzen. Die drei sind der lebende Beweis für das „Problem“:

  • Moritz Bornwasser arbeitet seit 7 Jahren in Teilzeit und ist Gründer des erfolgreichen Elternblogs Papammunity.
  • Aline wuppt den Alltag mit 3 Kindern in Lifestyle-Teilzeit.
  • Michael ist seit 8 Jahren selbstständig und auch er muss Familie und Beruf gemeinsam managen.

Hört rein und erfahrt, warum die „Lifestyle-Debatte“ ein Schlag ins Gesicht für alle ist, die täglich versuchen, Job und Familie unter einen Hut zu bringen. Die drei räumen auf mit dem Mythos der „faulen Teilzeitkraft“ und erklären, warum der Fokus auf Stunden statt auf Output der völlig falsche Weg ist.


Was denkst du über den Vorstoß der CDU?

Ist der Rechtsanspruch auf Teilzeit ein hohes Gut oder eine Bremse für unsere Wirtschaft? Diskutiere mit uns in den Kommentaren oder schreib uns auf Instagram!

Möchtest du, dass ich dir noch ein knackiges Statement für LinkedIn schreibe, um die Diskussion dort anzustoßen?

Von Aline