Lesezeit: ca. 11 Minuten · Aktualisiert: 17.10.2026
PR (Public Relations) für Podcasts heißt: Du sorgst dafür, dass Medien, Partner und mögliche Hörer von deinem Podcast erfahren, ohne dafür Werbung zu kaufen. Das gelingt mit einer klaren Botschaft, einem guten Anlass und den passenden Kanälen. In diesem Leitfaden findest du 10 Maßnahmen in sinnvoller Reihenfolge, einen Aufbau für die Pressemitteilung, einen 90-Tage-Plan und eine Checkliste. Weitere Wege zu mehr Hörern findest du im Bereich Reichweite und Hörerbindung.
Welche PR-Maßnahme passt zu dir? Der Überblick
Du musst nicht alles gleichzeitig machen. Starte mit den Maßnahmen, die zu deiner Situation passen:
| Maßnahme | Aufwand | Geeignet, wenn … | Mehr dazu |
|---|---|---|---|
| Botschaft und Zielgruppe klären | Gering | du am Anfang stehst | Schritt 1 |
| Pressemappe auf der Website | Mittel | du Medienanfragen erwartest | Schritt 2 |
| Pressemitteilung zu einem Anlass | Mittel | es echte Neuigkeiten gibt | Schritt 3 |
| Gezielte Journalisten-Ansprache | Mittel | du ein Thema mit Nachrichtenwert hast | Schritt 4 |
| Gastauftritte und Kooperationen | Mittel | du Hörer anderer Podcasts erreichen willst | Schritt 5 |
| Verzeichnisse und Awards | Gering bis mittel | du Auffindbarkeit und Glaubwürdigkeit brauchst | Schritt 6 |
| Social Media und Newsletter | Laufend | du Beziehung zur Community aufbauen willst | Schritt 7 |
| Lokale Events und Partner | Mittel bis hoch | dein Podcast einen regionalen Bezug hat | Schritt 8 |
| Eigene Inhalte und SEO | Laufend | du dauerhaft über Google gefunden werden willst | Schritt 9 |
| Erfolg messen und anpassen | Gering | immer | Schritt 10 |
Die 10 PR-Maßnahmen im Detail
1. Zielgruppe und Botschaft klären
Bevor du Medien ansprichst, musst du zwei Dinge beantworten können: Für wen ist dein Podcast, und was macht ihn besonders? Formuliere beides in je einem Satz. Eine kurze Hörerpersona hilft dir bei Themenwahl und Ansprache. Wie du deine Nische schärfst, steht im Artikel Podcast-Nischen finden, Hinweise zum Podcast-Text im Artikel Podcast-Beschreibung schreiben.
2. Eine Pressemappe auf deiner Website anlegen
Eine Pressemappe erspart Journalisten Rückfragen. Lege sie als eigene Seite auf deiner Website an, statt als Drive- oder Dropbox-Link, den du immer wieder neu teilen musst. Inhalte: Kurzbeschreibung des Podcasts, Zahlen mit Datum, Fotos und Logo mit Nutzungshinweis, ausgewählte Folgen, bisherige Presse und ein Pressekontakt. Die vollständige Liste findest du im Artikel Journalisten kontaktieren. Tipps zur eigenen Website bietet Die eigene Website ohne Big Tech.
3. Anlässe finden und Pressemitteilungen schreiben
Medien berichten über Neuigkeiten, nicht über „es gibt einen Podcast“. Eine Pressemitteilung lohnt sich nur bei einem echten Anlass:
- Start des Podcasts oder einer neuen Staffel
- Besonderer Gast, besondere Folge oder Serie
- Eigene Daten oder Umfrageergebnisse
- Jubiläum, Meilenstein, Nominierung oder Auszeichnung
- Live-Event oder Kooperation
- Regionaler Bezug oder gemeinnütziges Projekt
Aufbau einer Pressemitteilung
| Baustein | Inhalt |
|---|---|
| Überschrift | Nachricht in einer Zeile, ohne Werbesprache |
| Einstieg (Lead) | Wer, was, wann, wo, warum in 2–3 Sätzen |
| Haupttext | Hintergründe, Zahlen, Nutzen für die Leser |
| Zitat | Aussage von dir oder einer beteiligten Person |
| Über den Podcast | 3–4 Sätze Kurzprofil mit Link |
| Kontakt | Name, Telefon, E-Mail, Link zur Pressemappe |
Halte sie auf eine Seite, sachlich und mit belegbaren Aussagen. Erzähle eine Geschichte statt eine Ankündigung, mehr dazu im Artikel Die Kunst des Storytellings.
4. Journalisten gezielt ansprechen
Streue die Meldung nicht breit, sondern wähle passende Medien und Ansprechpartner aus. Ein persönlicher Pitch mit Aufhänger wirkt besser als ein Massenversand. Aufbau, Betreffzeilen, Vorlage und Nachfassen erklärt der Spoke Journalisten kontaktieren. Eine Liste mit Pressekontakten kannst du selbst recherchieren. Kostenpflichtige Datenbanken und Presseverteiler (z. B. Zimpel oder Meltwater) lohnen sich eher bei regelmäßigen Anlässen und passendem Budget. Bereite dich auf Interviews vor, siehe Medientraining.
5. Gastauftritte und Kooperationen nutzen
Beziehungen sind PR. Wenn du bei anderen Podcasts zu Gast bist oder Gäste mit eigener Reichweite einlädst, erreichst du neue Hörer. Dazu kommen gegenseitige Empfehlungen und gemeinsame Aktionen. Wie du Kooperationen aufbaust, steht im Artikel Kooperationen mit anderen Podcastern, wie du Gäste gewinnst, im Artikel Interviewgäste gewinnen. Ein langfristiges Netzwerk entsteht mit Networking für Podcaster.
6. Verzeichnisse pflegen und an Awards teilnehmen
Dort, wo Hörer suchen, muss dein Podcast gut aussehen. Pflege Titel, Beschreibung, Kategorie und Cover in den Verzeichnissen. Anforderungen und Hinweise findest du bei Apple Podcasts für Creators und Spotify for Creators. Awards und Verzeichnislisten bringen Aufmerksamkeit und Social Proof. Prüfe vor der Einreichung Teilnahmebedingungen, Fristen und Kosten. Auch kleine Nominierungen kannst du in Pressemappe, Website und Profil nennen.
7. Social Media und Newsletter als Dauerkanäle
Social Media und E-Mail halten den Kontakt zu Hörern und Medien. Wähle ein bis zwei Kanäle, auf denen deine Zielgruppe aktiv ist, und plane Inhalte im Voraus. Plattform-Taktiken findest du im Artikel Podcast auf Social Media bewerben. Ein Newsletter ist dein direkter Draht ohne Algorithmus, mehr zur Bindung im Artikel Hörerbindung. Reagiere sachlich auf Kritik, siehe Umgang mit negativem Feedback.
8. Lokale Sichtbarkeit durch Events und Partner
Gerade bei regionalen Themen steckt viel Potenzial. Besuche Veranstaltungen, organisiere Live-Aufnahmen oder Meetups und arbeite mit Vereinen, Coworking-Spaces oder lokalen Medien zusammen. Lokalzeitungen und Stadtmagazine suchen oft Geschichten aus der Region. Bring Flyer oder QR-Codes zum Podcast mit. Mehr zum Thema im Artikel Lokale Podcasts.
9. Eigene Inhalte und SEO einbinden
PR wirkt stärker, wenn Interessierte nach der Berichterstattung etwas finden. Blogartikel und Shownotes machen deinen Podcast über Google auffindbar. Nutze Transkripte und Folgen als Rohstoff, siehe Content-Recycling und
